Zu sehen sind Autos, die auf der A8 dicht im Stau stehen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Am Irschenberg staut es sich schon an "normalen" Wochenenden während der Ferienzeit. Jetzt kommt die Sperre des Brenner-Korridors oben drauf.

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Brenner-Sperre: Darauf stellen sich Einsatzkräfte in Bayern ein

Die Gemeinden und Einsatzkräfte wappnen sich wegen der Brenner-Sperre für ein chaotisches Wochenende. Wenn nichts mehr vorwärts geht, könnten Urlauber sogar gen Norden zurückgeleitet werden. Die Behörden bitten: Wer kann, soll das Auto stehen lassen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Im Katastrophenschutzzentrum des Landratsamts Rosenheim ist bereits alles für das Wochenende vorbereitet. Besonders prominent: die analoge Lagekarte. Hier wird am bevorstehenden Wochenende eingezeichnet, wo Einsatzkräfte gebraucht werden, welche Wege für sie zur Verfügung stehen – und welche nicht.

Herausforderung: Wenn Rettungskräfte nicht durchkommen

Denn: Dass Rettungskräfte an diesem Wochenende nicht mehr vom Fleck kommen, ist eine der größten Sorgen von Christian Patsch, dem Gruppenleiter für Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt Rosenheim. "Da kann ich schon Blaulicht auf dem Dach haben, aber wenn die Autos nirgendwo hin können, um Platz zu machen, kommt der Notarzt oder der Rettungswagen auch nicht mehr durch", so Patsch.

Deswegen haben die Helfer vor Ort Maßnahmen ergriffen: Der Rettungszweckverband habe teilweise Rettungswege verlegt. Außerdem setzen die Einsatzkräfte auf Motorräder, um im Ernstfall schnell an den Einsatzort zu kommen.

Am Samstag ist der gesamte Brennerkorridor dicht

So bereitet man sich im Landkreis Rosenheim für den Fall vor, dass der Nachbar Tirol den Verkehr dosiert oder die Grenzübergänge ganz sperrt. Denn: Am Samstag ist wegen einer Demonstration von Anwohnern zwischen 11 und 19 Uhr der gesamte Brennerkorridor gesperrt, also sowohl die Brennerautobahn (A13), als auch die parallel verlaufende Brenner-Landstraße (B182) und die Ellbögener Landesstraße (L38).

Rückstaus weit nach Oberbayern befürchtet

Die Polizei geht davon aus, dass sich diese Sperre bis weit ins südliche Oberbayern auswirken wird: "Bereits im Vorfeld sowie während der Sperrzeiten ist mit erheblichen Rückstaus und Verkehrsüberlastungen auf den Hauptverkehrsrouten in Richtung Tirol zu rechnen", teilt die bayerische Polizei in einer Pressemitteilung mit. Dies gelte insbesondere für die Autobahnen sowie die Landstraßen im südlichen Oberbayern.

Reisende müssen notfalls umkehren

In den Tagen vor der Brenner-Sperre wird deutlich: Wenn nichts mehr vorwärts geht, könnte es für die Reisenden im schlimmsten Fall sogar rückwärts gehen. "Die Polizei bereitet sich auf viele denkbare Szenarien vor", teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf BR24-Anfrage mit, "eines dieser Szenarien ist eine mögliche Rückleitung Richtung Norden".

Im Video: Brenner blockiert – was jetzt?

Landkreis Rosenheim pocht auf Durchfahrtsverbote

Die Urlauber werden also aller Voraussicht nach die Leidtragenden sein. Und die könnten ihr Leid auf die Gemeinden entlang der betroffenen Autobahnen übertragen. Denn auf der Suche nach Alternativrouten könnten Reisende auf die umliegenden Landstraßen ausweichen. Deswegen wolle man die Durchfahrtsverbote, die ohnehin seit 2025 bei Stau auf der A8 an Wochenenden und Feiertagen im Landkreis Rosenheim für Durchreisende greifen, so gut wie möglich durchsetzen, sagt Katastrophenschutzleiter Patsch.

Einige Gemeinden ergreifen sogar Extra-Maßnahmen: Die Gemeinde Frasdorf will bei Bedarf neun Straßen im Ort für den Durchreiseverkehr sperren, wie der Geschäftsleiter des Frasdorfer Rathauses, Andreas Oppacher, erklärt. Dafür würde der Bauhof bei Bedarf Baken und Hinweisschilder aufstellen, die nur die Durchfahrt für Anlieger erlauben. "Wir sorgen so dafür, dass der Ortskern nur für den örtlichen Verkehr und vor allem den Rettungsverkehr zur Verfügung steht", betont Oppacher.

Polizei hält hunderte Einsatzkräfte bereit

Viel zu tun für die Polizei, die am kommenden Wochenende für Verkehrssicherheit sorgen soll, den Verkehrsfluss aufrecht erhalten will und gleichzeitig für die Kontrolle der Durchfahrtsverbote verantwortlich ist. "Wir stellen uns auf einen großen Einsatz mit mehreren hundert Einsatzkräften ein", sagte Lisa Maier, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Am Samstag habe man alle verfügbaren Einsatzzüge am Start. Auch die Bundespolizei könne unterstützen.

Bitte der Behörden: Auto Samstag stehen lassen

Bereits im Norden von Bayern werde sich die Brenner-Sperre bemerkbar machen, so Maier: "Die Autobahn GmbH richtet frühzeitig Umleitungen ein, also Hinweisschilder im Norden Bayerns", die weiträumige Umfahrungen des Brenner anzeigen. Doch auch hier könnte es schnell zu voll werden.

Daher rät die Polizei nachdrücklich, "dass sich an dem Tag keiner ins Auto setzt und keiner Fahrten macht, die nicht dringend sind". Statt im südlichen Oberbayern das Auto zu nutzen - sei es als durchreisender Urlauber oder als Einheimischer - plädiert Maier fürs Zuhause bleiben: "Es ist doch auch schöner, bei den Temperaturen daheim im Schatten zu bleiben, statt im Stau zu stehen."

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