106 Autos zerkratzt und dabei einen Schaden von fast 300.000 Euro verursacht: Ein 36-jähriger Deutscher ist am Amtsgericht Augsburg zu zwei Jahren Haft wegen Sachbeschädigung verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. Außerdem muss der Mann 180 Sozialstunden leisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
So ging der Autokratzer vor
Zuvor hatten sich das Schöffengericht, die Staatsanwältin und der Angeklagte auf einen Deal über eine maximale Strafe geeinigt, falls er gesteht, alle 106 Autos zerkratzt zu haben. Dafür wird aber auch die mutmaßliche Bedrohung einer Geschädigten nicht weiter verfolgt.
Der 36-Jährige hatte in den Jahren 2024 und 2025 in verschiedenen Straßen in Nördlingen den Lack geparkter Autos auf deren ganzer Länge mit seinem Haustürschlüssel zerkratzt.
Wie die Polizei den Autokratzer überführte
Der Angeklagte gestand die Taten zwar, so wie in dem Deal vereinbart, machte ansonsten aber keine Angaben. Auch nicht dazu, warum er die Autos zerkratzt hat. Laut dem für den Prozess erstellten Gutachten ist der Verurteilte nicht psychisch krank oder drogensüchtig.
In dem Prozess schilderte ein Polizist, wie die Beamten auf die Spur des Täters gekommen sind, als sich in Nördlingen abzeichnete, dass hinter den Taten ein Serientäter stecken könnte: Die Polizei installierte Kameras. Auf einem Video sei der Angeklagte von hinten zu sehen gewesen, in der Sommernacht nur mit einem Muskel-Shirt am Oberkörper bekleidet, so dass die Polizei ein Tattoo des polizeibekannten Mannes wiederkennen konnte. Das Landeskriminalamt untersuchte daraufhin die Kleidung des Angeklagten und fand Lacksplitter von zwei der beschädigten Autos.
Handfeste Beweise, dass der Angeklagte für das Zerkratzen aller 106 Autos verantwortlich ist, gab es jedoch nicht. Deshalb wirkte sich das Geständnis des 36-Jährigen strafmildernd aus. Der Angeklagte befand sich seit August in Untersuchungshaft und wird nun freigelassen.
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