Maxima-Soraya Svensson hält eine Petrischale und eine Ingwerknolle in der Hand.
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Maxima-Soraya Svensson forscht daran, wie gut natürliche Stoffe gegen Bakterien wirken. Getestet hat sie das auch mit Ingwer.

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Jugend forscht in Herzogenaurach: So könnte die Zukunft aussehen

Ingwer gegen Bakterien, Insulin als Pille und ein Flugzeug, das wie eine Drohne schwebt: Beim Bundesfinale von "Jugend forscht" in Herzogenaurach zeigen Nachwuchsforschende ihre Ideen für bislang ungelöste Probleme.

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Maxima-Soraya Svensson hält eine dicke Ingwerknolle in der Hand. Das ist ihr Forschungsgegenstand der vergangenen Monate. Vor ihr liegt ein durchsichtiges Tablett. Die Griffe hat sie mit Tesafilm so abgeklebt, dass nichts rausfließen kann, wenn man Flüssigkeit hineinfüllt. Die kreisrunde Innenfläche hat sie in zehn kuchenstückartige Sektionen unterteilt. Das sind ihre Petrischalen. Und darin hat sie getestet, ob Ingwer- und Zwiebelsaft genauso gut gegen Bakterien wirken, wie Antibiotika. Fazit: "Ja, das wirkt super."

Bundesweit beste Jungforscher in Herzogenaurach

Svensson ist eine von 159 jungen Forscherinnen und Forschern, die es ins 61. Bundesfinale von "Jugend forscht" geschafft haben. Der Wettbewerb findet noch bis Sonntag in Herzogenaurach statt. Gastgeber ist das Unternehmen Schaeffler. Auf dem Gelände hat der Konzern eigens eine alte Lagerhalle leer geräumt und zum Showroom umgebaut. Jeder Jungforschende hat hier, wie bei einer Messe, ein kleines Abteil, in dem er oder sie das jeweilige Projekt vorstellen kann. Die Halle ist unterteilt in verschiedene Bereiche wie Biologie, Chemie oder Geo- und Raumwissenschaften. Pro Kategorie entscheidet jeweils ein Expertengremium, welche Forschung die preiswürdigste ist.

Ingwer-Pille statt Antibiotikum?

Maxima-Soraya Svensson und ihr Ingwer gehören zum Bereich Biologie. "Das hat mich schon immer voll interessiert", sagt die 18-Jährige. Und dann legt sie los: "Den Nähr-Agar habe ich mit verschiedenen Wirkstoffen, also Ingwer und Doxycyclin verteilt. Und auf die beiden Null-Segmente habe ich Bakterien geimpft." Das Ganze hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie gerne beruflich weiter daran forschen möchte. Ihr großes Ziel: antibiotische Wirkstoffe mit pflanzlichen kombinieren, um Resistenzen zu verringern.

Fettkügelchen und Drohnen-Flugzeug

Tief in der Materie stecken hier alle. Eine der größten Herausforderungen bei dem Wettbewerb dürfte für die Jugendlichen sein, ihre Forschung schnell und einfach zu erklären, sodass die Besucher sie sofort verstehen. Debora Thanaraku hat sich dafür schon ein paar Worte zurecht gelegt. "Jeder zehnte Mensch hat Diabetes. Da hab ich mich gefragt, warum bei einer so verbreiteten Erkrankung das Insulin gespritzt werden muss. Deshalb forsche ich an einer Möglichkeit, Insulin per Tablette zu verabreichen."

Laut ihrer These könnte das über "Liposome" funktionieren, also natürliche Fettbläschen. Die könnten das recht instabile Insulin einschließen und sicher bis in den Magen transportieren. Zur Veranschaulichung hat Thanaraku ein Fett-Insulin-Modell gebastelt. Alle hier haben kleine Modelle oder Gerätschaften, manchmal sogar Apps zur Steuerung mit dabei. Bei "Jugend forscht" reicht es nicht, einfach nur ein Thesenpapier zu schreiben oder ein Experiment durchzuführen. Oft treffen hier gleich mehrere Disziplinen aufeinander.

So auch bei Georg Prudlo und Felix Kröger. Die beiden sind Hobby- Flugzeugmodellbauer und haben eine Mischung aus Flugzeug und Drohne entworfen. Und eine App, um das Ganze zu steuern. In ihrem Abteil steht ein hundegroßes Modellflugzeug. Aber: "Die Motoren kann man vor- oder zurückklappen. Dadurch kann das Flugzeug senkrecht fliegen und in der Luft stehen", sagt Prudlo. Ziel der Erfindung: "Damit wollen wir autonome Lieferungen ausführen. Das gibt es in Deutschland noch nicht so richtig."

"Erfrischend" für etablierte Forschung

Das sei ein großes Learning in 61 Jahren "Jugend forscht", sagt Jessica Bönsch, Geschäftsführende Vorständin. "Die Jungforscherinnen und Jungforscher stellen sich oft den Herausforderungen, die wir als Gesellschaft noch nicht gelöst haben." Das sei besonders für Expertinnen und Experten erfrischend. "Denn die jungen Menschen denken nicht so sehr in festen Strukturen." Doch der Sinn des Wettbewerbs gehe über die reine Forschung hinaus: "Die Jugendlichen sollen verstehen, wie Wissenschaft funktioniert und dadurch auch Vertrauen zur Forschung gewinnen. Und lernen, dass es viele Graustufen zwischen 'schwarz' und 'weiß' gibt."

Mitsamt den Vorentscheiden sind in diesem Jahr insgesamt 6.203 Projekte ins Rennen gegangen. Am häufigsten ging es dabei um künstliche Intelligenz, Medizin und die Energiewende. Die Siegerehrung findet am Sonntagvormittag statt. Insgesamt werden laut der Stiftung Geld- und Sachpreise im Wert von insgesamt einer Million Euro vergeben.

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