Münchens neugewählter Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) konnte bei der Stichwahl überzeugen. Doch wie konkret und wie "sofort" ist sein Sofortprogramm für München tatsächlich? Eines seiner Wahlversprechen sind 10.000 Wohnungen, die aus bereits leerstehenden Büroflächen geschaffen werden sollen.
Krause geht dabei von 1,8 Millionen Quadratmetern leerstehender Büroflächen in München aus. Vage bleibt er im Interview mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers jedoch hinsichtlich der Zeitplanung: Wie schnell die Wohnungen entstehen könnten, "darüber werden wir jetzt in den nächsten Wochen reden."
Idee nicht neu, aber teuer
Die Idee, ungenutzte Büros in Wohnungen umzubauen, ist nicht neu. Das ifo-Institut sah bereits Ende 2024 großes Potenzial (externer Link). Eine Herausforderung dabei: Umwidmungen und Umnutzungen bewerten die Autoren der Studie nur als begrenzt wirtschaftlich.
Und nicht nur Umwidmung und Umbau selbst sind teuer, sondern es lässt sich auch mit vermieteten Büroflächen mehr Geld verdienen. Dessen ist sich auch Krause im Kontrovers-Interview bewusst. Wie also will der aktuell 2. Bürgermeister Büroflächeneigentümer davon überzeugen, ihre Flächen in Wohnraum umzuwandeln?
Krause bei Kontrovers: "Es gibt diesen wahnsinnigen Leerstand."
Krauses Argument: Das Vermieten von Büroflächen klappt gerade nicht. "Es gibt diesen wahnsinnigen Leerstand", sagt er. Er setzt darauf, dass Vermieter oder Eigentümer in Anbetracht dessen abwägen: Können die Büroflächen wieder vermietet werden – oder bleibt die aktuelle Situation auf Dauer?
"Man muss erst mal Geld in die Hand nehmen, um diese Umwidmung zu machen. Aber dann kann man ja die Flächen auch vermieten und verdient daran ja auch Geld", ist er überzeugt.
Weder einen Zeitplan für die 10.000 in Aussicht gestellten Wohnungen benennt Krause, noch gibt er an, welchen Anteil Sozialwohnungen daran haben sollen. Das hänge von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab, die die Stadt nicht alleine setze, "sondern die wir dann mit den Eigentümern oder Investoren besprechen müssen", so Krause.
Viele Wege – ebenso viele noch offene Fragen
Er gehe von "den nächsten Jahren" aus. Im besten Fall, wenn es keine Umwidmung bräuchte und man die Büroflächen umnutzen könne, "dann sprechen wir vielleicht von ein bis zwei Jahren", so Krause im Kontrovers-Interview.
Er habe etwa mit einem Start-up gesprochen, das keine Umwidmungen bräuchte. Da gehe es darum, dass man gut mit dem Eigentümer zusammenkomme. "Das Start-up bietet Studentenwohnungen an. Das sind kleine Apartments mit 13 bis 15 Quadratmetern, die keinen eigenen Sanitärbereich haben, sondern einen Sammelsanitärbereich auf dem Stockwerk," sagt der Grünenpolitiker. Dann ginge es "sehr schnell." Bei großen Projekten hingegen – etwa den "Ten Towers" in München – rede man über längere Zeiträume.
Die Aufgabe des Rathauses sieht Krause darin, "das möglichst zu beschleunigen", damit man in den nächsten Jahren schon was sehen könne.
So steht es um konkrete Pläne
Konkret gibt es laut dem nächsten Oberbürgermeister Münchens derzeit fünf aktive Projekte beim Planungsreferat. "Das 'Ten Towers' ist sicherlich das Größte." Wie viele zusätzliche Projekte dazukommen können, werde man in den nächsten Wochen sehen, so Krause.
Die sogenannten "Ten Towers" nahe des Münchner Ostbahnhofs stehen seit 2022 leer. Der Bürogebäudekomplex soll, so gibt es die Stadt München an (externer Inhalt), in ein gemischt genutztes Quartier umgebaut werden, unter anderem mit Wohnungen.
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