Fahrgäste stehen am Montagmorgen vor einem Gitter in der Münchner U-Bahn
Bildrechte: picture alliance / Wolfgang Maria Weber | Wolfgang Maria Weber

Fahrgäste stehen am Montagmorgen vor einem Gitter in der Münchner U-Bahn

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Streik: Wann fahren meine Bus- oder Bahnlinien wieder normal?

In vielen bayerischen Städten blieben am Montag die U-Bahnen, Busse oder Straßenbahnen im Depot. Nur einige Linien konnten wegen des Streiks teilweise befahren werden. Am Dienstag soll der öffentliche Nahverkehr in Bayern wieder regulär anlaufen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Gespenstige Leere an diesem Montagnachmittag vor dem abgesperrten U-Bahn-Gleis München-Großhadern. Normalerweise ist um diese Zeit viel los, weil mehrere Buslinien zusammenkommen und viele Studierende von ihren Vorlesungen in Martinsried wieder zurück in die Innenstadt fahren und hier umsteigen.

Massive Einschränkungen bei U-Bahn, Bus und Tram

Nun ist im menschenleeren Zwischengeschoss nur eine Durchsage zu hören: "Die U-Bahn ist für 24 Stunden gesperrt. Es ist mit massiven Einschränkungen zu rechnen bei U-Bahn, Bus und Tram."

Ein einzelner Passant kommt die Treppe hinab und bleibt vor dem mit Rollladen verschlossenen U-Bahn-Eingang ungläubig stehen: Er sei jetzt extra mit dem Bus aus Fürstenried gekommen, erzählt er, weil er gedacht habe, dass die U-Bahnen wenigstens vereinzelt fahren würden. "Wie soll ich denn jetzt in die Innenstadt kommen?", fragt er wütend.

Streikende: Dienstag, 3.30 Uhr

Während die U-Bahnen in München überhaupt nicht fahren, weil sich laut MVG nicht genügend Personal zur Verfügung gestellt hat, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, sind immerhin alle Buslinien im 20- bis 30-Minuten-Takt oder in größeren Abständen in Betrieb. Bei der Trambahn kann zumindest die Linie 20 bis in den Abend hinein regulär aufrechterhalten werden.

"Morgen ist davon auszugehen, dass U-Bahn, Bus und Tram wieder ganz regulär fahren können", erklärt Maximilian Kaltner von der MVG in München. Mit streikbedingten Verzögerungen oder vereinzelten Ausfällen wegen des Streiks sei nicht zu rechnen, denn der Betrieb laufe ganz regulär wieder an – wie sonst auch in den frühen Morgenstunden.

ÖPNV in Bayern: Keine Einschränkungen am Dienstag erwartet

In Augsburg blieben am Montag die meisten Straßenbahnen und Busse komplett im Depot, nur auf ein paar wenigen Linien sind vereinzelt Busse oder Bahnen gefahren. Ebenso in Schweinfurt. Dort sind laut Informationen der Stadtwerke rund 80 Prozent der Busfahrten ausgefallen.

Auch die Augsburger Stadtwerke bestätigen, dass der öffentliche Nahverkehr am Dienstag wieder planmäßig rollen soll. Die VAG in Nürnberg teilt dazu auf ihrer Seite mit: "Am Dienstag, 3. Februar, läuft der öffentliche Personennahverkehr frühmorgens wieder wie gewohnt".

Was fordert die Gewerkschaft?

Im Tarifstreit mit dem öffentlichen Nahverkehr fordert die Gewerkschaft Verdi unter anderem eine Erhöhung der monatlichen Gehälter von rund 670 Euro sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Bislang gilt es zudem nicht als Arbeitszeit, wenn ein Busfahrer von einer Endstation zu einer anderen Fahrstrecke fahren muss – das soll künftig vergütet werden, wenn es nach der Gewerkschaft geht. Insgesamt geht es auch darum, den Job attraktiver zu machen, das ist auch auf den Streikplakaten zu lesen.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern hält diese Forderungen für "realitätsfern". Er schlägt unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5 Prozent in zwei Schritten vor.

Weitere Streiks geplant

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 13. Februar 2026 sei "mit weiteren Warnstreiks zu rechnen", erklärte Sinan Öztürk von Verdi in Bayern. Wann und wie lange, werde mit "angemessener Vorlaufzeit" bekannt gegeben. Der Tarifvertrag Nahverkehr gilt laut Verdi für etwa 20 Unternehmen mit 9.000 Beschäftigten.

Stillstand heute in vielen Bus- und Bahn-Depots in Bayern - wegen des 24 stündigen Warnstreiks im ÖPNV, der die Fahrpläne massiv ausgedünnt hat.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Artikel mit Video-InhaltenVideobeitrag

Stillstand heute in vielen Bus- und Bahn-Depots in Bayern - wegen des 24 stündigen Warnstreiks im ÖPNV, der die Fahrpläne massiv ausgedünnt hat.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!