Die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und Football Supporters Europe (FSE) haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen den Weltverband Fifa wegen hoher WM-Ticketpreise eingelegt. Die Fifa habe vor der WM 2026 "ihre Monopolstellung missbraucht, um exzessive Ticketpreise einzuführen sowie undurchsichtige und unfaire Einkaufsbedingungen für europäische Fans", erklärte die FSE.
Vorwurf: Fifa nutzt Monopol aus
"Die Fifa hat ein vollständiges Monopol auf den Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft", sagte Romane Armangau als Sprecherin von Euroconsumers. "Sie nutzt diese Marktmacht, um Preise zu verlangen, die in einem normalen Wettbewerbsmarkt nicht existieren würden, während sie gleichzeitig Informationen vor den Käufern zurückhält und sie zu überstürzten Entscheidungen drängt."
Eine Kommissionssprecherin bestätigte, dass die Beschwerde eingegangen ist. Sie werde nun nach den üblichen Verfahren geprüft. Falls bei der Prüfung ein Verstoß gegen Wettbewerbsrecht festgestellt wird, kann die Kommission die Betroffenen – in diesem Fall also die Fifa – auffordern, den Verstoß abzustellen, und dafür auch bestimmte Vorgaben machen. Eine zeitliche Vorgabe für die Prüfung gibt es nicht.
WM-Finaltickets ab 4.000 Dollar aufwärts
An den auch im Vergleich zur vorherigen Weltmeisterschaft in Katar deutlich gestiegenen Preisen für Eintrittskarten hatte es heftige Kritik unter anderem von Fanorganisationen gegeben. Der Besuch der WM 2026 sei für die meisten Fans finanziell unerschwinglich geworden, monierte Armangau und verwies auf Ticketpreise für das Finale ab 4.000 Dollar aufwärts.
Die Fifa ist für eine Reaktion angefragt. Der immer wieder in der Kritik stehende Weltverbandspräsident Gianni Infantino hatte die hohen Preise verteidigt und darauf verwiesen, dass die daraus generierten Einnahmen dem Fußballsport zugutekämen. Nach der anhaltenden Kritik hatte der Weltverband Mitte Dezember 2025 ein Sonderkontingent von Eintrittskarten für 60 Dollar eingeführt. Allerdings gelten die günstigeren Preise nur für eine geringe Anzahl von Karten. Im Falle der deutschen Vorrundenspiele handelte es sich beispielsweise nur um wenige hundert Tickets pro Spiel.
Trotz der massiven Kritik an den Preisen ist das Interesse an den WM-Tickets aber groß. In der jüngsten Verkaufsphase hatte es nach Angaben der Fifa mehr als eine halbe Milliarde Ticketanfragen gegeben. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt. Einige Spiele richten Mexiko und Kanada aus, 78 von 104 Partien finden in den Vereinigten Staaten statt.
Mit Informationen von dpa
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