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(Symbolbild) dm macht den Vor-Ort-Apotheken jetzt Konkurrenz

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dm verkauft jetzt Medikamente – Kritik von den Apothekern

Wundcremes, Nasensprays, Pflaster – dm verkauft bereits viele Gesundheitsprodukte. Seit Dienstag sind auch rezeptfreie Medikamente verfügbar. Über die neue Online-Apotheke können Kunden aus rund 2.500 Medikamenten wählen und nach Hause bestellen.

Über dieses Thema berichtet: radioWelt am .

Nach Schmerzmitteln wie Aspirin oder Halsschmerztabletten haben Kunden der Drogeriemarktkette dm bisher vergeblich gesucht. Seit Dienstag werden sie nun fündig – zumindest online. "dm med" hat das Unternehmen aus Karlsruhe seine neue Online-Apotheke getauft.

Bereits jetzt hat dm viele Gesundheitsprodukte wie Vitamintabletten, Nasensprays oder Cremes im Sortiment. Jetzt stößt die Drogerie in einen Bereich vor, der bisher exklusiv den Apotheken gehörte. Man möchte den Patienten möglichst niedrigschwellige Angebote machen und somit den Zugang zur Versorgung verbessern, erklärt dm-Geschäftsführer Christoph Werner.

Dm: Ein logischer nächster Schritt

Für dm sei es ein konsequenter Schritt "in der Weiterentwicklung seiner Gesundheitsstrategie", so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Kundinnen und Kunden hätten auf der dm-Homepage oft nach solchen Produkten gesucht, die die Drogeriekette bis dato nicht habe verkaufen dürfen. Diesem Bedürfnis komme das Unternehmen jetzt nach. Bereits seit September bietet dm in einzelnen Filialen auch Augenscreenings, Hautuntersuchungen oder Blutabnahmen an.

Was die neue Online-Apotheke für Kunden attraktiv machen könnte, ist das Thema Sparen. Apotheken vor Ort bieten ihre Medikamente zum vorgeschlagenen Preis der Hersteller an. Im Vergleich sind Online-Apotheken im Schnitt 30 Prozent günstiger. Diese sind die Hauptkonkurrenz für dm, weswegen sich die Preise Experten zufolge wahrscheinlich eher auf niedrigem Niveau bewegen werden.

Patienten suchen Beratung

Der Deutsche Apothekerverband kritisiert den Start der neuen Online-Apotheke. Die Grenze zwischen Einzelhandel und Apotheke dürfe nicht verwässert werden. Ein hochwirksames und damit potenziell auch gefährliches Arzneimittel dürfe nur fachgerecht von einer Apotheke abgegeben und nicht "marketinggesteuert von einem Drogeriemarkt rausgehauen werden", erklärte der Vorsitzende Hans-Peter Hubmann.

Rein rechtlich dürfen in Deutschland Drogerien keine apothekenpflichtigen Arzneimittel verkaufen, auch wenn sie rezeptfrei sind. Eigenen Angaben zufolge betreibt dm die neue Online-Apotheke aus dem tschechischen Bor. Laut Informationen der "Welt" (externer Inhalt, möglicherweise Bezahlinhalt) sind solche Versendungen aus dem EU-Ausland legal. Andere Anbieter wie DocMorris oder Shop Apotheke versenden beispielsweise aus den Niederlanden.

Die Konkurrenz beobachtet

Auch Konkurrenten wie Müller oder Rossmann beobachten den neuen Schritt von dm. Müller betreibt beispielsweise schon eine eigene "Gesundheitswelt", in der Produkte aus den Bereichen Apothekenkosmetik, Naturheilkunde oder Functional Food angeboten werden. Rossmann hat zumindest verlauten lassen, dass die Entwicklungen in diesem Bereich verfolgt werden.

Mit Informationen von dpa

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