Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) möchte an Bahnhöfen in Deutschland Kameras mit Künstlicher Intelligenz einführen. Diese Pläne gab er bei einem Besuch der Bundespolizei im Berliner Hauptbahnhof bekannt.
Dobrindt will Kameratechnik an Bahnhöfen ausbauen
"Wir haben ja schon einen intensiven Ausbau der Kameratechnik an einer Reihe von Bahnhöfen", so der Minister. Deren Technik müsse allerdings immer wieder erneuert werden. Dobrindt: "Uns geht es darum, dass wir auf die neueste Technik umstellen und dann auch in der Lage sind, neue Software einzuführen, Künstliche Intelligenz einzuführen."
Eine solche Software müsse in der Lage sein, biometrische Gesichtserkennung durchzuführen, Waffen und verdächtiges Verhalten zu erkennen und die Polizei frühzeitig zu warnen. "Die Technik kann das heute, sie muss dann allerdings auch zum Einsatz kommen", so Dobrindt.
Gesetzesänderung geplant
Dobrindt kündigte an, dass die Regierung mit Blick auf die biometrische Gesichtserkennung die notwendigen Gesetzesänderungen schaffen wolle, damit die entsprechenden Befugnisse geschaffen würden.
Flächendeckend ist der Einsatz von Kameras mit biometrischer Gesichtserkennung an Bahnhöfen nicht erlaubt, in einzelnen Bundesländern aber schon. Hessen schuf im vergangenen Jahr als erstes Bundesland die Grundlagen für den Einsatz von KI bei der Polizeiarbeit.
Verstärkte Kontrollen an Bahnhöfen
Gerade läuft der zweite bundesweite Schwerpunkteinsatz an Bahnhöfen in Großstädten. Dabei will die Bundespolizei gegen Gewalt vorgehen. Ziel sei es, Straftaten zu verhindern, Ermittlungsverfahren einzuleiten und das Sicherheitsgefühl von Reisenden und Beschäftigten zu erhöhen, hieß es in einer Mitteilung.
Unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt sind von Freitag bis Sonntag Maßnahmen an den Hauptbahnhöfen geplant. Ausgewählt wurden den Angaben zufolge erneut Bahnhöfe, an denen es vermehrt zu Gewalt kommt. Ein ähnlicher Einsatz fand bereits im Januar statt – damals an insgesamt 43 Bahnhöfen. Die Bundespolizei war damals mit 2.400 Kräften im Einsatz, rund 6.600 Menschen wurden kontrolliert.
Mit Informationen von dpa
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