Trump läuft Gang entlang
Bildrechte: picture alliance / CNP / AdMedia | CNP / AdMedia

Iran Krieg: Trump in Sackgasse?

Per Mail sharen
Artikel mit Live-InhaltenLivebeitrag

Iran-Krieg: Trump in der Sackgasse?

US-Präsident Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus zu öffnen. Nun hat er seine Frist verlängert und berichtet von Verhandlungen. Der Iran dementiert, dass es Gespräche gegeben habe. Befindet sich Trump in der Sackgasse?

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Ungeachtet der Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen mit dem Iran sind die gegenseitigen Angriffe im Nahost-Krieg mit unverminderter Härte fortgesetzt worden. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv traf am Dienstag ein iranisches Geschoss ein Gebäude.

Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf den Iran – und will im Kampf gegen die Hisbollah im Libanon nun das südliche Grenzgebiet bis zum Fluss Litani unter seine Kontrolle bringen. In Berlin bezeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Krieg gegen den Iran als "völkerrechtswidrig".

Was bedeutet die Verlängerung von Trumps Ultimatum und wie reagiert der Iran auf Trumps vermeintlichen Kurswechsel? Darüber hat BR24 mit Klemens Fischer, Professor für Geopolitik an der Universität zu Köln, Iran-Korrespondentin Katharina Willinger und US-Korrespondent Carsten Kühntopp gesprochen. Das Video finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Israel und Iran mit gegenseitigen Angriffen

Im Iran wurden einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars zufolge mehrere Einrichtungen der Energieinfrastruktur bei Angriffen durch die USA und Israel getroffen. Demnach wurden unter anderem in der zweitgrößten Stadt Isfahan ein Verwaltungsgebäude und eine Gasdruckregelstation "teilweise beschädigt". Zudem sei eine Erdgas-Pipeline im Kraftwerk Chorramschar im Südwesten des Irans an der Grenze zum Irak attackiert worden.

In Tel Aviv schlug nach Berichten mehrerer israelischer Medien ein Bestandteil von Streumunition mit hunderten Kilo schweren Sprengköpfen in einem dreistöckigen Gebäude ein. Auf Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP waren Trümmer auf den Straßen rund um das Gebäude zu sehen. Auch weitere Orte in der Stadt wurden getroffen, mindestens sechs Menschen wurden verletzt.

Libanon: Israel verweigert Hunderttausenden Vertriebenen Rückkehr

Im Libanon attackierte Israel im Kampf gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz erneut mehrere Vororte der Hauptstadt Beirut – sowie erstmals die Ortschaft Bschamun in der von Drusen bevölkerten Region Aley. Dort wurden laut dem libanesischen Gesundheitsministerium zwei Menschen getötet. 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, die Armee wolle im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Die aus dem Südlibanon vertriebenen hunderttausenden Bewohner dürften nicht in das libanesische Gebiet südlich des Flusses zurückkehren, bis die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels "garantiert" sei, sagte Katz beim Besuch eines Militärstützpunkts.

Steinmeier kritisiert "völkerrechtswidrigen" Krieg

In Deutschland äußerte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterdessen scharfe Kritik am Krieg Israels und der USA gegen den Iran. "Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig – daran gibt es wenig Zweifel", sagte Steinmeier in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin. Steinmeier sprach zudem von einem "politisch verhängnisvollen Fehler". Mit seinen Äußerungen schlug er einen deutlich schärferen Ton an als die Bundesregierung.

Am Montag hatte US-Präsident Trump sein zuvor ausgesprochenes Ultimatum bis zum kommenden Wochenende verlängert, wonach der Iran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus freigeben solle. Außerdem berichtete Trump von "produktiven Gesprächen" mit dem Iran über ein mögliches Kriegsende. Der Iran dementierte vehement, dass es überhaupt Gespräche gegeben habe. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump eine Fortsetzung der Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon an.

Mit Informationen von AP, AFP und Reuters

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!