Für Fans der traditionsreichen Instrumentenmarke Höfner dürfte es eine gute Nachricht kurz vor Ostern sein: Die Marke, die auch für den weltbekannten "Beatles-Bass" steht, ist gerettet und wird weiter existieren. Insgesamt wird knapp die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter weiterhin in Baiersdorf Instrumente produzieren. Doch gleichzeitig bedeutet die Entwicklung auch: Die Geschichte des Familienbetriebs, die 1887 ihren Anfang nahm, geht zu Ende.
Die Rettung für Höfner kommt aus dem Vogtland
Im Dezember 2025 hatte Höfner in Baiersdorf Insolvenz anmelden müssen. Wie der Nürnberger Insolvenzverwalter Hubert Amperfl nun bekannt gab, hat die sächsische "GEWA music GmbH" aus dem Vogtland zum 1. April den Geschäftsbetrieb der Karl Höfner GmbH übernommen. Sie wird den Standort Baiersdorf künftig als Betriebsstätte weiterbetreiben.
Wie Christian Steiniger, der Bevollmächtigte von Hubert Ampferl auf BR-Nachfrage erklärte, können jedoch einige Teile der Produktion am Standort Baiersdorf in Zukunft nicht fortgeführt werden. So werden in Zukunft nur noch 24 Mitarbeiter von bisher 52 in Höfner Instrumente produzieren. Einige Mitarbeitende konnten laut Insolvenzverwalter in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden, anderen wurden Angebote von "GEWA" für eine Übernahme gemacht.
Knapp die Hälfte der Mitarbeiter bleibt in Baiersdorf
Dass 24 Arbeitsplätze am Standort Baiersdorf erhalten werden konnten, sei – vor dem Hintergrund der herausfordernden Marktlage in der Musikinstrumentenbranche – ein sehr erfreuliches Ergebnis, so Hubert Ampferl in einer Mitteilung. Sein Bevollmächtigter Christian Steininger fügte auf BR-Nachfrage hinzu: "GEWA" sei finanziell sehr stabil.
Auch wenn die Übernahme das Ende des Familienbetriebs bedeutet, sei die Rettung der Marke auch eine gute Nachricht für die Region: Dass der Betrieb nun nahtlos fortgeführt werden kann und zugleich Arbeitsplätze erhalten bleiben, sei ein wichtiges Signal, so Insolvenzverwalter Ampferl.
Der "Beatles-Bass" kommt weiterhin aus Baiersdorf
Erfreulich sei auch, dass der Erhalt der weltweit renommierten Marken Höfner und Paesold langfristig gesichert sei, schreibt Insolvenzverwalter Hubert Ampferl in einer Mitteilung. Die handwerkliche Kompetenz bleibe in Baiersdorf erhalten und werde gezielt weiterentwickelt.
Instrumente von Höfner, darunter die legendären "Beatles-Bässe", Streichinstrumente und Bögen werden demnach weiterhin in Baiersdorf gefertigt. Dies gelte auch für die Premium-Streichinstrumente und -bögen der Marke Paesold, die nach wie vor ausschließlich über Geigenbauer in Europa bzw. Geigenbauer-Spezialgroßhändler außerhalb Europas angeboten werden.
Insolvenz im Dezember 2025 nach Einbruch des Exportgeschäfts
Die Karl Höfner GmbH & Co. KG aus Baiersdorf wurde 1887 gegründet. Das familiengeführte Unternehmen erreichte ab den 1950er-Jahren weltweite Popularität mit dem sogenannten "Beatles-Bass", der bis heute zu den Verkaufsschlagern zählt.
Höfner hatte im Dezember 2025 Insolvenz anmelden müssen, nachdem sich unter anderem das Exportgeschäft deutlich verschlechtert hatte. Insgesamt sei die Nachfrage an Musikinstrumenten aufgrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage deutlich zurückgegangen, so Höfner damals.
Paul McCartney äußerte sich zur Schieflage von Höfner
Auch der britische Musiker und Ex-Beatle Paul McCartney bedauerte damals die Schieflage des fränkischen Instrumentenbauers. McCartney hatte seinen ersten Höfner-Bass in den Sechzigerjahren gekauft. Der sogenannte "Beatles-Bass" wurde weltbekannt.
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