US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses.
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US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen.

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Trump zu baldigem Ende des Iran-Kriegs: Hormus nicht US-Problem

US-Präsident Trump hat am Abend ein baldiges Ende der US-Angriffe im Iran in Aussicht gestellt. In "zwei bis drei Wochen" könnten diese vorbei sein. Für eine Öffnung der Straße von Hormus sieht er hingegen andere Länder in der Verantwortung.

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Es ist die fünfte Woche im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran. Wie lange die Kämpfe noch andauern dürften, darüber gab es zuletzt widersprüchliche Angaben. Jetzt hat US-Präsident Donald Trump erneut einen Zeitplan zur weiteren Kriegsdauer in den Raum geworfen: Die USA werden ihre Angriffe im Iran bald beenden. Er denke, sein Land werde noch "vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger" brauchen, sagte er im Weißen Haus. 

US-Präsident: Deal mit Teheran ist keine Bedingung

Trump äußerte sich auf eine Journalistenfrage zu den erhöhten Spritpreisen im Zuge des Iran-Krieges: "Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden sie zusammenbrechen." Für ein Ende des US-Militäreinsatzes müsse es keinen Deal mit der Führung in Teheran geben, betonte er. Das sei "irrelevant", da man dafür sorge, dass die Machthaber der Islamischen Republik keine Atomwaffen bauen könnten.

Andererseits könne es laut dem US-Präsidenten auch vor dem von ihm anberaumten Zeitraum für ein Ende der US-Angriffe eine Einigung geben, wenn der Iran dazu bereit sei. Und wenn das Land später wieder in der Lage sein sollte, Atomwaffen zu entwickeln, werde es einen Präsidenten wie ihn geben, der wieder angreifen werde, so Trump. Ein "Regime Change" im Iran sei dagegen keines seiner Ziele gewesen. Noch vor wenigen Tagen hatte Trump selbst die Spekulationen um einen Einsatz von US-Bodentruppen im Iran angeheizt.

Trump kündigt Rede zum Iran-Krieg an

In der Nacht auf Donnerstag um 3.00 Uhr deutscher Zeit will sich der Präsident mit einer "wichtigen" Rede zum Stand des Iran-Kriegs an die US-Bevölkerung wenden. Das teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt mit.

Für die Öffnung der für den Transport von Öl und Gas wichtigen Straße von Hormus hat Trump die Verantwortung von den USA zurückgewiesen. Dies sei nicht die Aufgabe der USA, sein Land würde "nichts damit zu tun haben", was in der Meerenge geschehe. Der Iran hat die Straße von Hormus wegen der US-israelischen Attacke weitgehend dichtgemacht.

Andere Staaten für Öffnung der Straße von Hormus zuständig

Trump sieht dagegen andere Staaten in der Pflicht, die Wasserstraße offen zu halten. "Das wird Frankreich übernehmen. Das werden diejenigen übernehmen, die die Meerenge nutzen, sagte der Republikaner. Es gebe "keinen Grund für uns, das zu tun". Zuvor hatte Trump US-Verbündete scharf kritisiert, weil sie die amerikanischen Bemühungen im Krieg gegen den Iran nicht stärker unterstützten.

Angesichts desolater Umfragewerte in den USA ist Trump geradezu genötigt, den Krieg im Iran rasch zu stoppen. Zwei Drittel der US-Bürger wünschen sich einer Studie zufolge ein schnelles Ende der amerikanischen Beteiligung am Krieg gegen den Iran – selbst wenn dies bedeute, dass die Ziele der Regierung von Präsident Trump nicht erreicht würden. Im November finden in den USA die Kongresswahlen statt.

Israel will Attacken gegen Iran fortsetzen

Unklar ist allerdings, ob sich auch Israel an den neuen Plan der verbündeten US-Regierung hält. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutete in einer am Dienstag im Fernsehen übertragenen Ansprache eine Fortführung des Kriegs gegen den Iran an. "Die Kampagne ist noch nicht vorbei. Wir werden das Terrorregime weiterhin zerschlagen." Israel sei seiner "Mission treugeblieben", habe "das Gesicht des Nahen Ostens verändert" und sich zu einer "Regionalmacht" entwickelt, sagte Netanjahu weiter.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte sich zuvor offen für eine Beendigung des Kriegs gezeigt. Sein Land habe "den nötigen Willen, um den Konflikt zu beenden", sagte Peseschkian in einem Telefonat mit EU-Ratspräsident António Costa. Er forderte zugleich "notwendige Garantien", um "eine Wiederholung der Aggression zu verhindern", sowie "finanzielle Entschädigungen".

Papst ruft zu Ende des Iran-Kriegs bis Ostern auf

Papst Leo XIV. hofft derweil auf ein Ende des Iran-Krieges noch in den nächsten Tagen. An US-Präsident Trump gerichtet erklärte der Pontifex am Abend vor der päpstlichen Residenz in Castel Gandolfo: "Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt und die Bombardierungen zu verringern." Er bete dafür, dass der Krieg vor Ostern ende. Der aus den USA stammende Papst appellierte erneut an die Staats- und Regierungschefs der Welt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und miteinander zu sprechen.

Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters

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