Ein Schlauchboot der Polizei fährt an den Wal heran. Der Buckelwal liegt am Morgen noch immer in der Wismarer Bucht. (30.3.2026)
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Ein Schlauchboot der Polizei fährt an den Wal heran. Der Buckelwal liegt am Morgen noch immer in der Wismarer Bucht. (30.3.2026)

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Verirrter Buckelwal an der Ostsee: Atemzüge werden seltener

Die Sorge um den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee nimmt nicht ab. Er liegt immer noch in der Wismarer Bucht. Dem Wal geht es laut Tierschützern nicht gut, er ist deutlich geschwächt. Am Abend wirkte er zumindest wieder etwas agiler.

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Der an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal hat sich am Montag nicht von der Stelle bewegt und konnte sich bislang nicht befreien. Das Tier liegt weiterhin in der Bucht vor Wismar, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei mit. "Ja, der Wal ist noch da, die Situation hat sich seit gestern nicht verändert." Zudem sei der Wasserstand jetzt niedriger als am Sonntag, was die Lage erschwert. Er liegt fast regungslos in etwa zwei Meter tiefem Wasser.

Gesundheitszustand des Wals besorgniserregend

Der Kampf um das Leben des Buckelwals ist in eine womöglich kritische Phase getreten. Die Experten sprachen am Montag von entscheidenden Stunden für das zunehmend geschwächte Tier. Steigende Wasserstände sollten dem Wal demnach nochmals Chancen eröffnen, sich aus eigener Kraft wieder in tieferes Wasser zu begeben.

Der Wal war in der vergangenen Woche zunächst vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank gestrandet, konnte aber befreit werden. Kurz danach strandete er erneut vor Wismar, schwamm sich einmal frei, setzte aber erneut fest. Experten berichten, dass der Gesundheitszustand des zwölf bis 15 Meter langen Wals besorgniserregend ist. Alle hoffen, dass der Wal die Kraft findet, sich auf den Weg zum Atlantik zu machen.

Atemzüge nur noch alle vier Minuten

Gleichzeitig wisse man um den "sehr schlechten Fitnesszustand des Wales", dieser werde von Tag zu Tag schwächer, sagte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkhard Baschek. Er verwies auf die deutlich reduzierte Atmung und den schlechten Hautzustand. Außerdem habe der Wal weiter Netzreste im Maul.

Seines Wissens habe der Wal, als er sich noch in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand befand, zwei- bis dreimal pro Minute geatmet, so Baschek. Zuletzt sei das etwa alle vier Minuten passiert. "Das ist eine massive Reduktion." Inwiefern das an der Fitness liege oder daran, dass das Tier nun weniger gestresst und ruhiger sei, könne man nicht genau sagen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister: Schauen dem Tier nicht beim Sterben zu

Sollte sich der Meeressäuger trotz des steigenden Wasserstands weiterhin nicht fortbewegen oder dazu gar nicht mehr in der Lage sein, müssten weitere Optionen überlegt werden. Noch aber sei es nicht soweit. "Wir glauben nach wie vor, dass es gelingt", gab sich Baschek weiter zuversichtlich.

"Wir schauen dem Wal nicht beim Sterben zu", versicherte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus mit Blick auf besorgte Reaktionen aus der Bevölkerung. "Wir tun alles, was fachlich verantwortbar ist, um ihm zu helfen - behutsam, abgestimmt und mit größtem Respekt vor dem Tier."

Wal soll erneut zum Aufbruch animiert werden

Vertreter des Deutschen Meeresmuseums, der Umwelt­schutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd sowie der Umweltminister des Landes, Till Backhaus (SPD), hatten sich am Nachmittag dem Wal erneut von einem Boot aus genähert und das Tier begutachtet. Die Polizei hatte die Bewachung des Tieres übernommen und ein Schichtsystem eingerichtet, um sicherzustellen, dass der Wal nicht unbeobachtet bleibt.

Der Gesundheitszustand des Buckelwals habe sich gebessert, teilte unter anderem das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns am Abend mit. "Die Ruhe, die wir dem Tier haben angedeihen lassen, hat offensichtlich gewirkt." Das Tier habe auf die Annäherung des Boots reagiert, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichteagentur dpa. Auch habe das Tier agiler als zuvor gewirkt.

Am Abend wollten Helfer versuchen, das Tier zum Aufbruch zu bewegen. "Da wir in den nächsten Stunden mit weiter steigendem Wasserstand rechnen können, verbessert sich die Möglichkeit für den Wal, aus eigenem Antrieb seine Liegeposition zu verlassen", heißt es weiter in der Mitteilung.

Buckelwal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegs

Der Wal ist seit Anfang März immer wieder an der Ostseeküste gesichtet worden, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Am Montagmorgen vergangener Woche wurde der Wal dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt. Eine umfangreiche Rettungsaktion begann, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal schließlich selbst durch eine mit einem Bagger ausgegrabene Rinne. Er strandete anschließend in der Bucht vor Wismar, wo er mittlerweile ziemlich regungslos daliegt.

Mit Informationen von dpa und AFP.

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