Schlägerei im Play-off-Viertelfinale zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC München
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Schlägerei im Play-off-Viertelfinale zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC München

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Nach brutalem Check: 14 Spiele Sperre für Fabio Wagner

Der Serienausgleich des ERC Ingolstadt gegen den EHC Red Bull München im DEL-Viertelfinale wurde vom schweren Foul des Münchners Fabio Wagner gegen Edwin Tropmann überschattet. Die DEL verhängte nun 14 Spiele Sperre gegen den Verteidiger.

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Es lief die letzte Spielminute in Ingolstadt, in der das ohnehin schon sehr hart geführte Spiel vier der Serie zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC München seinen negativen Höhepunkt fand. Die Partie war beim Stande von 7:2 für die Schanzer Panther schon längst entschieden, als Münchens Fabio Wagner an der blauen Linie ohne Chance auf den Puck Edwin Tropmann heftig wegcheckte.

Ex-Ingolstädter Wagner checkt Tropmann ins Krankenhaus

Der Ingolstädter verlor bei dem heftigen Zusammenprall seinen Helm und blieb auf dem Eis bewusstlos liegen. Sofort eilten Sanitäter herbei, um den Verletzten abzutransportieren. Erst im Krankenwagen kam Tropmann übereinstimmenden Medienberichten zufolge wieder zu sich.

Fabio Wagner, der noch bis zum Sommer für den ERC auf dem Eis gestanden hatte, wurde für die restliche Spieldauer ausgeschlossen, was bei nur noch zu spielenden 100 Sekunden aber nicht mehr ins Gewicht fiel. Beide Teams ließen in der restlichen Spieldauer den Puck unberührt und die Zeit ablaufen.

DEL verhängt lange Sperre für "extrem rücksichtlosen" Check

Im Nachgang hat ihn der Disziplinarausschuss der DEL nun für 14 Spiele und mindestens bis zum 8. Mai gesperrt. Damit wird Wagner bis zum Ende der diesjährigen Play-offs um die deutsche Meisterschaft nicht mehr zum Einsatz kommen. Zudem erhält der 30-Jährige eine Geldstrafe.

Zur Begründung heißt es, dass Wagner keinen Versuch unternommen habe, an die Scheibe zu gelangen. Außerdem seien der Kopf- und Nackenbereich der Haupttrefferpunkt des Checks gewesen. "Der Check wurde extrem rücksichtslos und ohne spieltaktischen Zweck ausgeführt", so der Disziplinarausschuss.

"Das hat nichts mit Eishockey zu tun"

Ingolstadts Sportdirektor Tim Regan fand danach deutliche Worte für die Aktion. Er habe Verständnis für die Frustration aufgrund des Spielstands, "aber in diesem Maß gibt es keine Entschuldigung. Das hat nichts mehr mit Eishockey zu tun." Auch sein Gegenüber Christian Winkler konnte sich nicht erklären, was da in seinen Spieler gefahren war. Wagner sei "keiner, der für so etwas steht", stellte Winkler klar und vermutete, "dass die Emotionen in diesem Spiel in gewisser Weise in die falsche Richtung gegangen" seien.

Die Spieler beider Mannschaften gaben nach Spielschluss keine Interviews. "Die Jungs in der Kabine sind in keinem guten Zustand", sagte Regan. "Unsere Gedanken sind bei Tropmann und wir hoffen, dass es ihm schnell wieder gut geht", sagte Winkler.

Winkler: "Hat sich über die letzten Wochen hochgeschaukelt"

Wagners brutales Foul war der negative Höhepunkt eines Spiels gewesen, das mehr Kampfsport als Eishockey geboten hatte. Insgesamt 125 Strafminuten sammelten die Gäste aus der Landeshauptstadt. "Es hat sich sicherlich etwas hochgeschaukelt und das nicht erst heute", sagte Münchens Sportdirektor Winkler. "Wir haben auch einen Spieler, der seit Tagen zuhause liegt und dem es nicht gut geht." Winkler spielte damit auf Spiel zwei an, bei dem die Ingolstädter hart zu Werke gegangen waren, allerdings in deutlich geringerem Ausmaße als die Münchner gestern.

Wagner meldet sich zu Wort: "Tut mir aufrichtig leid"

Noch in der Nacht meldete sich Tropmann in seiner Instagram-Story und bedankte sich für die Genesungswünsche. "Ich geb mein Bestes, schnell wieder fit zu werden." Der ERC Ingolstadt teilte am Mittwoch mit, der 20-Jährige habe eine "Kopf- und Nackenverletzung erlitten". Er bleibe für weitere Untersuchungen im Klinikum Ingolstadt.

Auch der Übeltäter Wagner selbst gab ein Statement ab und richtete seine Botschaft direkt an Tropmann. "Was gestern auf dem Eis passiert ist, tut mir aufrichtig leid", sagte der Münchner. "Es war ein Fehler von mir und ich trage die volle Verantwortung für mein Handeln." Das Wichtigste sei, dass "du schnell wieder fit bist und unten auf dem Eis stehst", sendete Wagner Genesungswünsche an den Ingolstädter.

Ingolstadt gleicht in der Best-of-seven-Serie aus

So rückte der Ingolstädter 2:2-Ausgleich in der Best-of-seven-Serie in den Hintergrund. "Wir haben eine Reaktion erwartet und die haben die Jungs geliefert", konnte sich Regan dennoch über den Sieg freuen. "Den Unterschied hat die Disziplin gemacht." Spiel fünf steigt schon am Donnerstag in München. Bis dahin müssen die Gemüter aber deutlich herunterkühlen.

Mehr Kampf als Eishockey: Spiel vier der Serie zwischen dem EHC Red Bull München und dem ERC Ingolstadt.
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Mehr Kampf als Eishockey: Spiel vier der Serie zwischen dem EHC Red Bull München und dem ERC Ingolstadt.

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