Spieler und Verantwortliche der Würzburger Kickers haben sich nach dem Aufstieg in die 3. Liga mitfühlend gegenüber Lok Leipzig gezeigt. Die Sachsen hatten sich als Meister der Regionalliga-Nordost zwar für die Aufstiegsrelegation qualifiziert, konnten sich aber nach zwei Niederlagen gegen Würzburg (0:1, 1:2) im zweiten Jahr in Serie nicht durchsetzen.
Würzburgs Hägele: "Mir tut es brutal leid"
"Mir tut es brutal leid für Lok. Diese Aufstiegsspiele sind einfach eine Kacke", meinte Kickers-Abwehrchef Daniel Hägele gegenüber BR24Sport und schob hinterher: "Ich verstehe es auch nicht, aber so ist es nun mal. Wir waren letztendlich für diese Aufstiegsspiele berechtigt."
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Die Franken hatten es als Zweite der Regionalliga Bayern nur deswegen in die Relegation geschafft, weil die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg als eigentlicher Meister auf die Aufstiegschance verzichtet hatte.
Schiele: "Hoffe, dass sie nächstes Jahr direkt hochgehen"
Auch Würzburg-Coach Michael Schiele zeigte bei Magenta Verständnis für den Frust der Gäste: "Es ist natürlich für Lok Leipzig extrem bitter. Die sind das zweite Mal jetzt in der Relegation gescheitert. Sie sind auf eine gute Mannschaft getroffen, die sich seit Mitte März verändert hat. Das tut mir leid. Aber ich hoffe, dass sie nächstes Jahr direkt hochgehen können."
Das Jahr für Jahr wechselnde Recht zum direkten Aufstieg für einen der Regionalliga-Meister fällt in der kommenden Saison der Staffel Nordost zu. Ob Leipzig den Titel-Hattrick schafft, ist insbesondere aufgrund der Wettbewerbsdichte alles andere als sicher.
Neumann drückt Leipzig die Daumen
Ähnlich wie Schiele äußerte sich auch FWK-Sportdirektor Sebastian Neumann, der auf die eigenen Erfahrungen des Vereins hinwies, der 2024 als Meister der Regionalliga Bayern in der Relegation gescheitert war.
"Wir waren vor zwei Jahren in genau der gleichen Situation und wissen, wie es sich anfühlt, als Verlierer nach einer Meistersaison dazustehen", sagte Neumann: "Deswegen tut es mir unglaublich leid für Lok. Sie haben unglaublich gute Arbeit geleistet. Zweimal hintereinander Meister in der meiner Ansicht nach stärksten Regionalliga-Staffel zu werden, davor ziehe ich den Hut für die Leistung. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr nachkommen."
Regionalliga-System als Zankapfel
Der Aufstiegsmodus in die 3. Liga ist seit Jahren ein Reizthema bei Fans, Vereinen und Verbänden. Dabei ist insbesondere die Existenz der Regionalliga Bayern als Privileg des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) vielen der Beteiligten ein Dorn im Auge.
Eine Initiative mehrerer Ost-Klubs für eine Reform des Regionalliga-Systems fand zuletzt großen Zuspruch. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will zeitnah über zwei Vorschläge abstimmen lassen: Dem sogenannten Kompass-Modell und dem "Regionen-Modell", bei dem die Staffeln Bayern, Nordost und Nord auf zwei Ligen verteilt würden.
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