Münzstapel auf einem Tisch aus denen Pflanzen keimen.
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Derzeit überbieten sich Banken mit Zinsangeboten auf Geldanlagen - doch auf den zweiten Blick sind nicht alle Angebote so lukrativ wie erhofft.

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Vier Prozent auf Tagesgeld - Schnäppchen oder Lockangebot?

Derzeit überbieten sich verschiedene Banken mit hohen Zinsangeboten auf verschiedene Geldanlagen. Grund sind neue Mitbewerber auf dem Markt für Privatkunden – doch häufig empfiehlt sich ein zweiter Blick auf die Angebote.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Aktionsangebote einiger Banken für Neukunden machen es möglich: Vier Prozent beim Tagesgeld, bei Festgeld sind es drei Prozent und mehr bei Laufzeiten von mehr als einem Jahr. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu dem, was die Banken in den vergangenen Monaten angeboten hatten.

Chase bietet 4 Prozent - andere Banken ziehen nach

Ganz vorn dabei: Die deutsche JPM-Tochter Chase. Die US-Bank ist zwar schon lange in Deutschland aktiv, war bislang aber ganz auf Unternehmen und Geschäftskunden fokussiert. Das Angebot soll nun offenbar auf das Privatgeschäft der Bank aufmerksam machen. Sie bietet neuen Kundinnen und Kunden 4,0 Prozent aufs Tagesgeld - zumindest für die ersten vier Monate. Danach bietet die Onlinebank immer noch 2,0 Prozent variabel auf das Tagesgeld.

Die Deutsche Bank fühlte sich durch Chase offenbar herausgefordert und bietet bei ihrer Tochter Norisbank ebenfalls 4,0 Prozent aufs Tagesgeld an, und zwar für sechs Monate ab 1. Juli. Danach fällt der Tagesgeld-Zins dort aber voraussichtlich auf 0,75 Prozent zurück.

Zwischen 3,2 und 3,5 Prozent für 3 bis 5 Monate können neue Kunden und Kundinnen auch bei zwölf anderen Banken beim Tagesgeld bekommen. Doch nach der Aktionszeit rutschen die Sparguthaben oft in ein Zinstief von deutlich unter 1,0 Prozent.

Vergleichsportale bieten eine Tagesgeld-Übersicht

Einen Überblick darüber liefern Vergleichsportale wie Biallo.de oder Verivox: Dort waren im Mai weitere sieben Banken mit Aktionszinsen von um die drei Prozent unterwegs.

Kurzfristig 3,5 Prozent für drei Monate bietet die Plattform Raisin, die viele noch unter dem früheren Namen "weltsparen.de" kennen. Dort kann das Geld anschließend umgeschichtet werden in Tagesgeld- und Festgeldangebote von anderen Banken und Finanzdienstleistern europaweit.

Auch beim Festgeld sind aktuell 3 Prozent und mehr möglich

Wer auf Flexibilität verzichten kann und dafür eine längere Zinsbindung anstrebt, entscheidet sich häufig für Festgeld mit Laufzeiten von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

Wer sich für zwölf Monate entscheidet, bekam dafür im Schnitt zuletzt knapp 2 Prozent Zins. Auch hier steigen die Sätze: im März wurden bei gleicher Laufzeit noch 1,5 Prozent bezahlt.

Es locken Angebote für Neukunden zum Teil von exotischen Banken, die ihren Sitz teilweise im europäischen Ausland haben. Immer gern genommen werden auch Autobanken: so bietet die VW Bank ab zwölf Monaten 3 Prozent und ab drei Jahren sogar etwas mehr.

Zinstreppe als Anlageform

Zu lange sollte man sich aktuell mit dem Festgeld aber nicht binden; denn die Zinsen könnten ja durchaus noch weiter steigen, was eine zu lange zeitliche Bindung unattraktiv macht. Die Lösung könnte in einer sogenannten Zinstreppe bestehen: am Anfang steht das variable Tagesgeld, bei dem man kurzfristig ein Aktionsangebot mitnehmen kann.

Daneben gilt es einen attraktiven Zinssatz für zwölf Monate und einen weiteren für vielleicht drei Jahre Laufzeit zu finden. So sichert man sich stabile Erträge und muss nicht alle paar Wochen alles neu umschichten.

Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Internet-Anzeigen

Wenn im Internet mit überraschend hohen Zinsen für Sparguthaben geworben wird, sollten Anleger misstrauisch werden. Es gibt betrügerische Angebote, vor denen die Verbraucherzentrale Bayern warnt. So laufe in sozialen Medien eine Kampagne, bei der Betrüger den Namen der Münchener Allianz Versicherung für gefälschte Festgeld-Offerten nutzten.

Die Allianz warnt vor gefälschten Logos (externer Link) und manipulierten Dokumenten. Auch unvorsichtige Kundinnen und Kunden anderer Institute werden schnell zu Opfern.

Welche Gründe gibt es derzeit für steigende Sparzinsen?

Der Inflationsschub, den der Irankrieg auslöste, hat auch die Sparzinsen beflügelt. An den Anleihe-Märkten sind die Renditen kräftig gestiegen: alle erwarten nun auch von der EZB einen höheren Einlagenzins.

Für Zins-Hopper, die für ein Prozent mehr die Bank wechseln, sind die Zeiten besonders spannend. Das liegt auch an einem verschärften Wettbewerb unter den Banken, in den nun auch J.P. Morgan aus den USA eingetreten ist.

Zuvor waren es vor allem Internetbanken und Neobroker wie Consors, Klarna, Scalable oder Trade Republic, die den Markt für Anleger und Sparer auch in Deutschland aufmischten mit besonders attraktiven Zinsen und geringen Gebühren.

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