Niederschläge und Schneeschmelze sorgen in den Oberläufen einiger Flüsse für neue Hochwasserwellen, vor allem in Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz. Der Schwerpunkt des Hochwassers liegt laut dem Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) im Bayerischen Wald und im Fichtelgebirge.
Überflutungen am oberen und Weißen Main
Am oberen Main bis Mainleus sorgt die neue Hochwasserwelle örtlich für Ausuferungen. Am Weißen Main in Bad Berneck hatte der Pegel bereits die zweithöchste Meldestufe drei erreicht und fiel danach (10 Uhr vormittags) wieder knapp darunter. Die Lage ist dynamisch. Bei Meldestufe drei sind Überflutungen einzelner bebauter Grundstücke oder Straßen möglich.
Auch der Pegel der Steinach ist unerwartet stark angestiegen und hat in Fürth am Berg die Meldestufe drei erreicht. Das gilt auch für die Schwabach bei Büg. Im Einzugsgebiet der Röslau und der fränkischen Saale muss weiterhin mit erhöhten Wasserständen um Meldestufe eins gerechnet werden.
Der Weiße Main bei Lanzendorf - einem Teil der Gemeinde Himmelkron im Landkreis Kulmbach - führt viel Wasser.
Bayernkarte: Aktuelle Pegelstände
Hochwasser vor allem entlang des Regen
In Mittelfranken könnten neben landwirtschaftlichen Flächen auch Straßen unter Wasser stehen, ebenso an der unteren Wörnitz in Schwaben. In der Oberpfalz und in Niederbayern steigen die Pegel vor allem entlang des Regen. In Cham steht der Pegel des Regen seit Montagvormittag bei Meldestufe drei, der Fluss hat Uferbereiche überflutet. Die Hochwasserlage ist nach aktuellen Einschätzungen der Behörden im Rahmen, es bestehe kaum Handlungsbedarf.
Wie Michael Stahl, Kreisbrandrat des Landkreises Cham, nach einer Lagebesprechung im Chamer Rathaus dem BR sagte, handelt es sich bei dem aktuellen Hochwasser um ein "normales Hochwasser", das in Stadt und Landkreis Cham nur für wenige Probleme sorgt. Vor allem die Stadt Cham ist laut Stahl "hochwassererprobt" und damit schnell handlungsfähig. Mitarbeiter der Stadt haben Parkplätze, Straßen und Brücken gesperrt, die von Überflutungen bedroht sind.
Kreisbrandrat Stahl geht derzeit davon aus, dass sich die Hochwasserlage in den nächsten Tagen entspannt, da kaum weiterer Regen erwartet wird. Ähnlich bewertet der Hochwassernachrichtendienst Bayern die Lage. Laut aktuellen Berechnungen wird der Scheitel des Hochwassers in Cham gegen 22 Uhr erreicht; die Meldestufe vier soll jedoch nicht erreicht werden. Wie ein Sprecher des Wasserwirtschaftsamts Regensburg auf BR-Anfrage mitteilt, bewegt sich die Situation derzeit im Rahmen eines "normalen Winter-/Frühjahrshochwassers".
Die Hochwasserlage am Montag in Cham
Flussaufwärts, etwa in Chamerau, erreicht der Regen heute laut dem HND im Scheitel die Meldestufe zwei. In Teisnach und bei Viechtach haben die Pegel aktuell die Meldestufe eins erreicht.
Die Hochwasserwelle läuft den Montag über bei Meldestufe eins bis zwei ab, im Unterlauf des Regen von Cham bis Nittenau werden die Scheitel erst im Laufe der Nacht und des Dienstags mit Meldestufe drei erwartet.
Weitere Flüsse weniger betroffen
Im Einzugsgebiet der Naab und an der Schwarzen Laber baut sich das Hochwasser derzeit in Meldestufe eins noch weiter auf, an der Haidenaab (Pressath), Waldnaab (Neustadt) und an der Schwarzach werden die Scheitel in Meldestufe zwei erwartet. Auch an der Ilz läuft eine Hochwasserwelle ab, die in Kalteneck noch knapp Meldestufe eins erreichen dürfte.
Wenn sich die Niederschläge nach Südbayern verlagern, können auch vereinzelt noch südliche Zuflüsse zur Donau leicht über die Ufer treten. Die Wasserstände an der unteren Donau ab Regensburg bis Vilshofen steigen weiter und erreichen zunächst Meldestufe eins, im Abschnitt ab Straubing ab Dienstag auch Meldestufe zwei. Die Entwicklung im Inneinzugsgebiet wird weiter beobachtet.
Plusgrade und kein größerer Regen mehr erwartet
Der starke Wind hat für einen Luftmassenaustausch gesorgt, der auch in Senken und Wäldern zu einer verstärkten Schneeschmelze geführt hat. In den Höhenlagen, etwa am Gipfel des Großen Arbers, liegt aktuell noch rund ein Meter Schnee. Für die nächsten Tage werden dort teils zweistellige Plusgrade erwartet. Da jedoch keine größeren Regenmengen mehr erwartet werden, rechnet auch der Hochwassernachrichtendienst mit einer Entspannung der Lage in den kommenden Tagen.
Am Dienstag regnet es länger anhaltend vor allem an den Alpen, in den aktuellen Hochwassergebieten lässt der Regen im Laufe des Tages nach. Ab Mittwoch bleibt es meistens trocken. Die Hochwasserwellen können sich wieder abbauen und laufen in den großen Gewässern ab.
Bayernkarte: Hochwasserwarnungen des LfU
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