Und täglich grüßt das Murmeltier - so lässt sich die bittere Situation, in welcher der TSV 1860 München zurzeit steckt, zusammenfassen. Zum wiederholten Male bangt der Traditionsverein aus Giesing um die Lizenz für die 3. Liga, Investor Hasan Ismaik lässt die Löwen gehörig zittern.
Am Dienstagnachmittag sorgte der Jordanier bei den Fans immerhin für einen Hoffnungsschimmer: "Ich denke, wir bleiben in der Dritten Liga, und jeder arbeitet besonders hart, um in der dritten Liga zu bleiben", schrieb er in einer Textnachricht an die Süddeutsche Zeitung. An der brenzligen Situation der Münchner änderte sich dadurch nichts.
Bis Mittwoch um 17.00 Uhr muss der Klub dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) seine Liquidität nachgewiesen haben, ansonsten droht der Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern. Der TSV muss dafür eine Summe von 2,7 Millionen Euro auftreiben - doch wie konnte es dazu kommen?
1860-Abstieg in die Regionalliga? Ein absehbares Drama
Tatsächlich handelt es sich bei der finanziellen Lücke um keine Überraschung. Das Millionen-Defizit war bereits bei der Etatplanung im Mai 2025 bekannt, laut Informationen der Bild sei ebenjenes von Ismaik genehmigt worden.
Seit dem geplatzten Verkauf des Klubs an eine Schweizer Holding im vergangenen Sommer fand beim jordanischen Geschäftsmann offenbar ein Umdenken statt. Ismaik soll Berichten zufolge sein Interesse am Verein verloren haben und sich vermehrt aus dem Tagesgeschäft raushalten.
Hasan Ismaik: Vom Hoffnungsträger zum Unsicherheitsfaktor
Am 21. Mai schließlich der Nackenschlag: Ismaik soll kurzfristig bestehende Darlehen aufgekündigt haben, durch welche das Defizit von 2,7 Millionen Euro ausgeglichen worden wäre. Als Grund wurden Verstöße gegen die Berichtspflichten seitens der Geschäftsführung angegeben. Seitdem schrillen in Giesing die Alarmglocken.
Klubinvestor Hasan Ismaik (links) im Trikot des TSV 1860 München.
Katalog mit Forderungen: Woran die Löwen scheitern könnten
Am vergangenen Donnerstag erregten kryptische Aussagen seitens Ismaik großes Aufsehen. "Wenn die Löwen von Grund auf neu aufgebaut werden müssen, selbst aus niedrigeren Ligen heraus, dann ist das keine Schande", schrieb er auf Instagram.
Gepaart mit dem ominösen Katalog an Forderungen, von dem die Süddeutsche Zeitung berichtete, sorgte das Vorgehen des Investors für Fragezeichen. Zumindest eine von insgesamt sieben Bedingungen, die an weitere finanzielle Unterstützung des Vereins gekoppelt sind, wurde von Ismaik mittlerweile aufgegeben: Auf das Vorkaufsrecht bei einem Anteilsverkauf durch den Jordanier muss 1860 nicht verzichten.
Die Notlage von 1860 ist damit noch lange nicht geklärt - und die Zeit drängt. Dem DFB sind derartige vereinsinterne Auseinandersetzungen egal, am Mittwoch um 17.00 Uhr müssen alle Hürden überwunden sein. Ansonsten ist das Schicksal der Löwen besiegelt - zumindest vorerst.
So bietet sich dem Verein noch die Möglichkeit, bei einem zuständigen Ausschuss Beschwerde gegen den Zwangsabstieg einzulegen. Wie aussichtsreich ein solches Vorgehen in der Praxis ist, lässt sich aber nicht abschätzen.
1860 München: Zweiter Zwangsabstieg in neun Jahren droht
So bleibt am Ende der kleine Hoffnungsschimmer, der sich am Dienstagnachmittag ergab. Angelehnt an den Zwangsabstieg von 2017, als Ismaik den Absturz der Löwen in die Regionalliga mit einer einfachen "4" per Textnachricht bestätigt hatte, fragte die Süddeutsche Zeitung beim Investor nach: "Ist es morgen wieder eine 4?"
Die bereits genannte Antwort deutete auf eine mögliche Kehrtwende hin. "Ich denke, wir bleiben in der 3. Liga", schrieb Ismaik. Der Rest - siehe oben. Dafür müssen der 48-Jährige und die Vereinsführung auf einen gemeinsamen Nenner kommen - was die Erinnerungen an den "schwarzen Freitag" vor neun Jahren nicht unbedingt nahelegen.
Damals fehlten 1860 elf Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz, Differenzen zwischen den Löwen und Ismaik führten zum Abstieg in die Regionalliga. Ein Szenario, das sich am Mittwoch wiederholen könnte - ausgerechnet 60 Jahre nach dem Meistertitel in der Bundesliga.
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