Aktuell läuft es nicht so, wie es sich der TSV 1860 München wünscht. Seit Jahren dümpelt der Verein in der 3. Liga rum. Immer wieder hat der Traditionsverein mit finanziellen Problemen zu kämpfen – aktuell soll eine Lücke von 2,7 Millionen Euro die Drittliga-Lizenz gefährden. Der Zwangsabstieg in die Regionalliga droht – wie schon 2017, als der Verein nach dem sportlichen Abstieg aus der 2. Bundesliga keine Lizenz für die 3. Liga erhielt. Grund damals wie heute: Investor Hasan Ismaik stellte die vom DFB geforderten Finanzmittel nicht bereit.
Vor 44.000 Zuschauern - 1860 feiert erste Meisterschaft
Freudentänze gab es seither eher weniger. Umso mehr lohnt es sich, in die glorreiche Vergangenheit des Vereins zu schauen. Denn Triumphe gibt es dort genug. Der größte ist zweifelsohne der, den die Sechzger vor 60 Jahren, am 28. Mai 1966, feierten. An diesem Tag schrieb der TSV 1860 München Vereinsgeschichte: Mit einem 1:1 gegen den Hamburger SV sicherten sich die Blauen erstmals und bis heute zum einzigen Mal den Titel des Deutschen Fußballmeisters.
44.000 Zuschauer strömten an diesem 28. Mai 1966 in das Stadion an der Grünwalder Straße, um ihre Helden und den Meistertitel zu feiern – und die Mannschaft auf dem Platz enttäuschte nicht. Mit Petar Radenkovic im Tor, Manfred Wagner und Bernd Patzke in der Verteidigung, davor Rudolf Zeiser, Hans Reich und Zeljko Perusic. Die üppige Sturmreihe bildeten Hans Rebele, Otto Luttropp, Timo Friedhel Konietzka, Peter Grosser und Torschütze Rudolf Brunnemeier. Sie trafen auf den HSV rund um Legende Uwe Seeler, der in der zweiten Halbzeit den 1:1-Endstand erzielte.
"Radi" Radenkovic und ein falsches Versprechen
Am Ende reichte das Unentschieden dicke: Die Löwen wurden mit drei Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund und den FC Bayern Meister und prangen seither auf der Meisterschale, die Jahr für Jahr vergeben wird.
Die Löwen feierten diesen Titel auf dem Münchner Marienplatz. Trotz strömenden Regens fuhren die die frischgebackenen Meister mit offenen Cabrios durch die Stadt bis zum Rathaus, wo Präsident Adalbert Wetzel und Trainer Max Merkel die Schale den vielen Fans präsentierten. "Radi" Radenkovic wollte bei der Meisterfeier nicht mehr über das Gegentor durch Seeler sprechen: "An das Spiel kann ich mich wirklich nicht mehr erinnern und möchte ich mich auch nicht mehr erinnern. Ich bin froh, dass diese begeisterte Masse mit uns zusammen feiert", sagte die Torwart-Legende und gab dann ein Versprechen, dass er allerdings nicht einlösen konnte: "Ich glaube, wir werden hier noch öfter gemeinsam feiern."
1860 München zählte damals zu den Spitzenklubs
In den 1960er Jahren zählte 1860 München zu den absoluten Spitzenklubs in Deutschland. Unter Trainer-Legende Max Merkel entwickelte sich eine schlagkräftige Mannschaft, die aus einer Mischung aus heimischen Talenten und internationalen Verstärkungen bestand. Spieler wie Petar Radenkovic, Rudi Brunnenmeier, Fredi Heiß oder Hans Reich prägten diese erfolgreiche Generation.
Bereits vor dem Meistertitel sorgte der Verein international für Aufsehen: 1965 erreichten die Löwen das Finale des Europapokals der Pokalsieger, mussten sich dort jedoch gegen West Ham United im Londoner Wembley-Stadion geschlagen geben.
Für viele Fans markiert dieser Titel neben den Aufstiegen in die Bundesliga 1977 und 1994 – den Höhepunkt der Vereinsgeschichte – eine Erinnerung an Zeiten, in denen die Sechzger die Stadt München und den deutschen Fußball prägten, bevor der FC Bayern den Löwen die Vorherrschaft streitig machte.
Im Audio: 60 Jahre Meisterlöwen
(Archivbild) Jubelnde Fans im Grünwalder Stadion feiern die Meisterschaft des TSV 1860 München.
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