Gesteinsbrocken, Wasser und eine rote Sonne: Die grafische Darstellung zeigt, wie die Oberfläche des Exoplaneten Trappist-1f möglicherweise aussieht.
Bildrechte: picture alliance / NASA/JPL-Caltech/dpa | NASA/JPL-Caltech

Die künstlerische Darstellung zeigt, wie die Oberfläche des Exoplaneten Trappist-1f möglicherweise aussieht.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Exoplaneten – was wir jetzt schon über fremde Planeten wissen

Auf ihnen gibt es extreme Stürme, brodelnde Lava-Seen und große Hitze: Forschende untersuchen die Atmosphären von Exoplaneten und suchen Antworten auf die Fragen: Wie entstehen Planeten überhaupt und ist Leben außerhalb unseres Sonnensystems möglich?

Über dieses Thema berichtet: Science TeaTime - Wissen auf eine Tasse Tee am .

Planeten gibt es nicht nur in unserem Sonnensystem – einem von Milliarden Sternensystemen in unserer Galaxie, der Milchstraße. Auch anderswo umkreisen Planeten Sterne – sogenannte Exoplaneten. Lange galten sie als reine Theorie, doch heute sind bereits über 5.000 solcher Planeten nachgewiesen. Mit jeder neuen Beobachtung wird klarer, dass Planetensysteme völlig anders aussehen können als unseres.

Manche Exoplaneten sind größer als Jupiter, andere kaum größer als die Erde. Einige sind tiefblau gefärbt, andere glühen vor Hitze. Viele von ihnen sind über 1.500 Grad Celsius heiße Gasriesen, die ihren Stern in wenigen Tagen umrunden. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Sie befinden sich weit außerhalb unseres Sonnensystems.

Wie Forschende Exoplaneten entdecken

Exoplaneten lassen sich nicht direkt beobachten. Stattdessen nutzen Forschende indirekte Methoden: "Bei unseren Beobachtungen zieht der Planet vor seinem Stern vorbei. Wir sehen den Planeten dabei nicht direkt, sondern messen, wie sich das Licht des Sterns verändert. Wird der Stern während des Transits dunkler, wissen wir: Ein Planet ist davorgezogen.

Befinden sich bestimmte Stoffe in seiner Atmosphäre, etwa Natrium, absorbieren sie ganz bestimmte Wellenlängen des Lichts. Genau diese Abschwächung können wir messen – und daraus auf eine Atmosphäre schließen", erklärt Eva Maria Ahrer im Podcast Science TeaTime (externer Link). Sie arbeitet am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg (externer Link) und erforscht Exoplaneten.

Heiße Jupiter: Warum diese Exoplaneten ein Rätsel sind

Besonders intensiv erforscht werden sogenannte "heiße Jupiter". Das sind Gasriesen, also Exoplaneten, ähnlich groß wie unser Jupiter, die ihrem Stern jedoch sehr nah sind. Dort herrschen Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius.

Gasriesen – so dicht an einem Stern? "Nach gängigen Modellen können Gasriesen dort eigentlich nicht entstehen, weil es in Sternnähe an Material fehlt. Wahrscheinlich haben sie sich weiter außen gebildet und sind später nach innen gewandert. Hinweise darauf liefert ihre Atmosphäre: Ihre Zusammensetzung verrät, wo ein Planet ursprünglich entstanden ist", erzählt die Wissenschaftlerin Eva Maria Ahrer.

Exoplaneten: Extreme Bedingungen auf fernen Welten

Einige Exoplaneten zeigen, wie extrem fremde Welten sein können. Auf dem Exoplaneten HD 189733b fegen vermutlich Stürme mit mehreren Tausend Kilometern pro Stunde durch die Atmosphäre – dabei wirbeln winzige Glaspartikel umher. Auf K2-141b ist es so heiß, dass nahezu die gesamte Tagseite von kilometertiefen, brodelnden Lavaseen bedeckt ist. Ein Teil der Lava verdampft, kondensiert auf der kühleren Nachtseite – und fällt dort als Gestein wieder herab.

Solche Welten sind lebensfeindlich – aber wissenschaftlich hochinteressant. Sie helfen, zu verstehen, wie sich Atmosphären unter extremen Bedingungen verhalten.

James-Webb-Teleskop: Einblicke in Atmosphären von Exoplaneten

Einen großen Fortschritt zur Erforschung von Exoplaneten bringen Teleskope wie das James-Webb-Weltraumteleskop. Seit Ende 2021 liefert es präzise Daten, aus denen sich Temperatur, Wolken, Windgeschwindigkeiten und chemische Zusammensetzung rekonstruieren lassen.

Erstmals lassen sich selbst schwache Signale aus fernen Atmosphären messen. So wurden auf dem Exoplaneten K2-18b Moleküle entdeckt, die auf der Erde häufig durch biologische Prozesse entstehen. Ein Beweis für außerirdisches Leben ist das nicht – aber ein Hinweis darauf, wie komplex diese Welten sein können.

Warum die Erforschung von Exoplaneten wichtig ist

Exoplanetenforschung ist Grundlagenforschung. Sie hilft, zu verstehen, wie Planeten entstehen, wie sich Atmosphären entwickeln – und unter welchen Bedingungen Leben möglich sein könnte. Bislang ist kein Exoplanet bekannt, auf dem Menschen leben könnten. Doch jede neue Entdeckung erweitert den Blick auf das Universum. Sie zeigt: Die Erde ist Teil einer großen Vielfalt an Welten.

Im Audio: Exoplaneten - Die Jagd nach der zweiten Erde

Die künstlerische Darstellung zeigt den Exoplaneten CoRoT-7B vor seiner Sonne.
Bildrechte: picture alliance / dpa | ESO
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Die künstlerische Darstellung zeigt den Exoplaneten CoRoT-7B vor seiner Sonne.

Wie viel Sternenstaub steckt in uns? Können Kinder mit KI besser lernen? Werden Exoplaneten einmal unser neuer Lebensraum? Wie funktioniert Forschung und was bewegt die Forschenden? Der neue Podcast "Science TeaTime" mit Caro Matzko und Frank Seibert geht in der ARD Audiothek jede Woche genau diesen Fragen nach – im Gespräch mit jungen Forschenden, ganz entspannt bei einer Tasse Tee.

Dieser Artikel ist erstmals am 22. März 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

Die Top-Themen aus Europa - hier klicken!

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!