Es ist brütend heiß an diesem Morgen, als die Soldaten im Hof der Luitpoldkaseren in Dillingen antreten. Sie erwarten Einsatzdetails von Zugführerin Selina. Die hat ihnen gerade zugerufen: "Schreibbereitschaft!" Sie skizziert den Weg zum Übungsort. Um Cyberangreifern keine Chance zu geben, machen die Soldaten Notizen auf die herkömmliche Art, ganz ohne Computer - mit Stift und Block.
Mit Papier und Stift gegen digitale Bedrohungen
Generalmajor Lutz Kuhn, Kommandeur der Einsatzkräfte im Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, der zum Truppenbesuch beim Informationstechnikbataillon 292 ist, erklärt warum: "Wir schreiben das nieder, dann können sie sich sicher sein, dass die Informationen nicht verfälscht werden."
Die Angriffe auf die IT der Bundeswehr kämen aus vielen Bereichen, aber bedingt durch den Russland-Ukraine-Krieg und auch die Unterstützung des Westens für die Ukraine, sei Deutschland kein ganz neutraler Akteur, sondern natürlich im Visier von Russland, so Generalmajor Lutz .
Sichere Kommunikation aufbauen - und schützen
Dann rollen die mit Kommunikationstechnik beladenen LKW aus der Kaserne über die Donau bis zum Service Delivery Point irgendwo in einem von der Bundeswehr abgeschirmten Gebiet im Wald. Dort werden die Soldaten des IT-Bataillons 292 die Kommunikationsfähigkeit über bundeswehr-interne Systeme für Emails, Telefonie oder Internet verfügbar machen, etwa um Land-, Luft- oder Seestreikkräften nach Deutschland anzubinden.
LKW werden unter Bäumen abgestellt und getarnt. Soldaten schützen mit dem Gewehr im Anschlag den Ort. Eine Tetrapol Antenne wird aufgebaut. Zugführerin Selina erklärt: "Ich sorge dafür, dass meine IT-Experten in Ruhe arbeiten können und sich auf ihr System konzentrieren können."
Generalmajor: "Ohne Kommunikation läuft nichts"
Moderne Streitkräfte gelten ohne funktionierende IT‑Netze, Kommunikation und Schutz im Cyberraum als praktisch blind, taub und führungsunfähig. "Ohne Kommunikation läuft nichts", sagt Generalmajor Kuhn und erklärt die hohe Relevanz der Teilstreitkraft der Bundeswehr mit ihren IT-Bataillonen, wie am Standort Dillingen.
"Sie können sich vorstellen, dass die Artillerie nur zielgenau treffen kann, wenn sie eine Verbindung hat. Sie können sich vorstellen, dass man Entscheidungen auf höheren Ebenen nach unten nur bringen kann, wenn man eine Verbindung hat. Deswegen sind Informationen, sind Verbindungen das neue Gold." Generalmajor Lutz Kuhn
Bundeswehr sorgt für IT-Kompetenz
Neben dem Übungsplatz befindet sich ein Feldlager für die neuen Rekruten am Standort Dillingen. Manche haben einen IT-Background - doch das ist nicht zwingend nötig. Den Cyber- und Informationsraum zu schützen, diese Fähigkeit zu trainieren, das bietet nach der Grundausbildung auch die Bundeswehr an.
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