Google greift zunehmend in redaktionelle Abläufe ein.
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Google greift zunehmend in redaktionelle Abläufe ein.

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Google ändert per KI Artikel-Überschriften von Medien

Google greift zunehmend in redaktionelle Abläufe ein. Die Suchmaschine testet gerade, diese Überschriften durch KI-Formulierungen zu ersetzen – ohne Hinweis für Nutzer.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die Google-Suche testet, Überschriften von Nachrichtenartikeln und anderen Webseiten durch KI-generierte Formulierungen zu ersetzen. Das geht aus Recherchen des US-Technikmediums "The Verge" (externer Link) hervor, denen gegenüber Google den Test auch bestätigt hat.

Kritische Überschrift wird abgeschwächt

Das Magazin "The Verge" war von dem Test selbst betroffen. Ein Artikel mit der Überschrift "Ich habe das 'Schummel bei allem' KI-Tool benutzt und es hat mir nicht geholfen, bei irgendetwas zu schummeln" wurde als kritischer Erfahrungsbericht über ein KI-Werkzeug veröffentlicht. Google machte daraus in den Suchergebnissen schlicht: "'Schummel bei allem' KI-Tool". Fünf Wörter statt einer ganzen Überschrift – und man könnte sogar meinen, "The Verge" würde das Produkt empfehlen.

Es finden sich mehrere solcher Fälle, in denen Google die selbst geschriebenen Überschriften durch kürzere, KI-generierte Varianten austauschte. Einen Hinweis darauf, dass die Formulierung nicht von der Redaktion stammt, gab es in den Suchergebnissen nicht.

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Google spricht von einem "kleinen Experiment"

Gegenüber "The Verge" bezeichnete Google den Vorgang als ein "kleines" und "eng begrenztes" Experiment. Das Ziel sei es, Inhalte auf einer Seite zu finden, die als nützlicher Titel zur jeweiligen Suchanfrage passen. Der Test sei nicht auf Nachrichtenseiten beschränkt, sondern solle Titel ganz allgemein verbessern. Google bestätigte dabei auch, dass der Test generative KI einsetzt.

Tatsächlich ändert Google angezeigte Titel schon seit Jahren. Das Unternehmen setzt den sogenannten "Title Link" in Suchergebnissen aus verschiedenen Quellen zusammen – etwa dem HTML-Titel, der sichtbaren Hauptüberschrift oder anderen Elementen auf der Seite. Wenn Google eine Überschrift für unpassend hält, kann es einen alternativen Titel anzeigen.

Der Unterschied zum aktuellen Fall: Bisher wurden Titel vor allem gekürzt oder aus vorhandenen Seitenelementen zusammengesetzt. Jetzt geht es darum, dass eine KI eigenständig neue Formulierungen erzeugt – und diese an die jeweilige Suchanfrage anpasst.

Medien machen sich Sorgen

Für Verlage und Redaktionen hat das gleich mehrere Dimensionen. Da ist zunächst das semantische Problem: Eine KI-generierte Überschrift kann den Sinn eines Artikels verschieben. Wenn neben der veränderten Überschrift aber der Name des Mediums steht, schreiben Leser die Formulierung leicht der Redaktion zu.

Dazu kommt die fehlende Transparenz: Nutzer können in den Suchergebnissen nicht erkennen, ob eine Überschrift vom Medium stammt oder von Google erzeugt wurde.

Wie geht es weiter?

Vieles bleibt unklar: wie groß der Test tatsächlich ist, in welchen Ländern er ausgespielt wird und nach welchen Kriterien Google alternative Titel erstellt. In Deutschland ließen sich die umgeschriebenen Überschriften in Stichproben bislang nicht nachstellen.

Für Nutzer bedeutet das trotzdem: Die Überschrift, die sie in der Google-Suche lesen, stammt möglicherweise gar nicht von dem Medium, das sie gleich anklicken werden. Und erkennen können sie das nicht.

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