Bundestrainer Julian Nagelsmann umarmt Jamal Musiala (vorne).
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Bundestrainer Julian Nagelsmann umarmt Jamal Musiala (vorne).

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Wie Nagelsmann Sorgenkind Musiala zu alter Stärke bringen will

Nationalspieler Jamal Musiala hängt drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im Formtief. Der 23-Jährige spürt die Nachwirkungen seiner schweren Verletzung. Wie Bundestrainer Julian Nagelsmann dem Dribbelkünstler zu alter Stärke verhelfen will.

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Kurz vor der offiziellen WM-Kaderbekanntgabe bekamen alle Auserwählten ein kleines Video von der Social-Media-Abteilung der Nationalmannschaft. In dieser Kurzbotschaft richteten die Angehörigen warme Worte an die Spieler und auch der Bundestrainer Julian Nagelsmann hob die Vorzüge des jeweiligen Akteurs auf und neben dem Platz hervor.

Über Jamal Musiala sagte Nagelsmann: "Jamal, deine Bedeutung für diese Gruppe ist außergewöhnlich groß. Du kannst Spiele, sogar Turniere mit deinen Aktionen mitentscheiden." Wenn man den 23-Jährigen aktuell auf dem Platz beobachtet, schwingen einige Fragezeichen mit - auch im Hinblick auf die Weltmeisterschaft. Wird Musiala rechtzeitig wieder der Alte?

Musiala zur Unzeit außer Form

Das Pokalfinale am vergangenen Samstag gewann der FC Bayern mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart. Musialas Anteil am Erfolg war mit 31 Ballkontakten eher gering. Nach einem Torschuss in 75 Minuten war sein Arbeitstag vorzeitig beendet. Vor vier Wochen in Mainz erzielte er sein letztes Tor. Seitdem wirkte Musiala fast schon wie ein Fremdkörper im Spiel der Münchner. Das Geschehen schien an ihm vorüberzuziehen. Trotz des Formtiefs gabs von Bundestrainer Nagelsmann doch das WM-Ticket, weil er - wie eingangs erwähnt - weiß, was er an ihm hat.

Nagelsmann hat Verständnis für Musiala: "War einfach eine schwere Verletzung"

Entsprechend stellt sich der Coach auch dieser Tage im Teamcamp in Herzogenaurach schützend vor Musiala. "Ich finde, dass er in den letzten Wochen sehr gute Schritte gegangen ist", erklärte Nagelsmann am Mittwoch auf der ersten offiziellen Pressekonferenz und wies darauf hin, was dem Dribbelkünstler vor gut einem Jahr ausgerechnet in den USA widerfahren war.

Einen Schien- und Wadenbeinbruch zog sich Musiala bei der Klub-WM zu, gab erst im Januar wieder sein Comeback. "Das war einfach eine sehr schwere Verletzung, die hat lange gedauert mit ein paar Problemchen hinterher", gibt Nagelsmann zu bedenken.

"Straßenkicker" Musiala braucht freien Kopf

Sorgen, dass Musialas Formtief auch in Übersee anhalten könnte, macht sich Nagelsmann nicht. Das wichtigste sei bei einem "Straßenkicker" wie Musiala, der oftmals intuitiv agiere, "dass er nicht darüber nachdenkt, dass er eine schwere Verletzung hatte". Diese geistige Freiheit habe Musiala nun erreicht, glaubt der Bundestrainer. Er denke nicht mehr darüber nach, "was, wenn dem Sprungegelenk wieder etwas passieren sollte". Auf dem Platz hatte man zuletzt nicht diesen Eindruck.

Nagelsmann lobt: "Mit 70 Prozent immer noch besser als viele"

Doch Bundestrainer Nagelsmann stärkt Musiala, wo er nur kann: "Wenn der Jamal mit 70 Prozent spielt, ist er immer noch besser als viele andere auf der Welt, weil er einfach ein außergewöhlich guter Spieler ist", sagte Nagelsmann und fügte hinzu: "Mir reicht es auch, wenn er zum ersten Spiel auf 100 Prozent ist. Wenn er vorher bei 98 Prozent ist, bin ich auch zufrieden."

Bis zum WM-Auftakt gegen Curacao am 14. Juni sind es noch rund drei Wochen. Zeit für Musiala, um sich das Selbstbewusstsein zurückzuarbeiten. "Ich weiß, es sind noch Schritte nach vorne, die ich machen kann, was noch fehlt von letzter Saison", sagt der Vieldiskutierte selbst.

Nagelsmann als Musiala-Flüsterer im Training

Der Bundestrainer gibt auch alles dafür, dass seine Nummer zehn bald wieder so zaubert wie beispielsweise bei der Heim-Europameisterschaft vor zwei Jahren oder zu Beginn der WM-Qualifikation. Im Training am Donnerstag lobte Nagelsmann Musiala immer wieder lautstark. Tags zuvor hatte er schon versucht, ihm den Rücken freizuhalten. "Wir setzen ihn jetzt nicht extrem unter Druck. Er ist nicht der, der alles allein entscheiden muss." Es gebe ja auch noch einen Florian Wirtz und weitere Hochtalentierte, merkte der Bundestrainer an. "Zum ersten Spiel muss er topfit sein, da hat er noch ein bisschen Zeit, aber wir sind unglaublich froh, dass er wieder da ist."

Musiala habe "eine unglaubliche Gabe, Situationen zu lösen mit viel Gegner- und Balldruck, trotzdem mit einer guten Kreativität und Dynamik", lobte Nagelsmann in der eingangs erwähnten Video-Botschaft. Spieler und Trainer werden alles dafür tun, dass Jamal Musiala diese rechtzeitig wiederfindet.

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