Nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes aus dem Jahr 2024 gegen Unbekannt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die Ermittlungen in dem eingestellten Verfahren seien nach dem "Spiegel"-Bericht (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt), in dem Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hat, wieder aufgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Auswertung der Berichterstattung habe zur "Bejahung eines Anfangsverdachts" gegen Ulmen geführt. Die Ermittlungen richteten sich "nunmehr gegen die benannte Person".
- Mehr dazu bei tagesschau.de: Deepfakes - Was der Fall Fernandes ändern könnte
Anzeige im November 2024 gestellt
Nach früheren Angaben der Itzehoer Staatsanwaltschaft hatte Fernandes im November 2024 bei der Polizei in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, da durch eine unbekannte Person ein Fake-Account von ihr erstellt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte das Verfahren übernommen, "weil die angezeigte Handlung wohl innerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches durch die Anzeigende zur Kenntnis genommen worden ist", sagte Müller-Rakow.
Fernandes sei darum gebeten worden, für die Ermittlungen relevante Unterlagen zu übersenden. Da sie der Bitte nicht nachgekommen sei und somit Ermittlungsansätze zur Identifizierung des Täters gefehlt hätten, sei das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe eingestellt worden. Fernandes hatte dieser Darstellung im "Tagesspiegel" (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) und auf Social Media widersprochen.
Breite Diskussion über digitale Gewalt
In den vergangenen Tagen gab es bundesweit eine große Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen - und breite Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zog es bei Demonstrationen auf die Straße, etwa in Hamburg für mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt. Auch am Wochenende sind in mehreren großen Städten Demonstrationen geplant, darunter auch München.
Die Schauspielerin hat auch auf Palma de Mallorca Anzeige erstattet, wie das Gericht auf der spanischen Mittelmeerinsel der ARD bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch im Stadium der Vorermittlungen.
Anwalt widerspricht Vorwürfen und kündigt rechtliche Schritte an
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung des "Spiegel" an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Der Anwalt sprach von der Verbreitung "unwahrer Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung".
Am späten Freitagabend veröffentlichte Schertz im Namen seines Mandanten Ulmen eine weitere presserechtliche Information. Darin hieß es unter anderem: "Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet. Entsprechende Darstellungen sind falsch."
Transparenzhinweis: Nach Veröffentlichung des Textes hat Ulmens Anwalt Christian Schertz eine weitere presserechtliche Information für seinen Mandanten herausgegeben. Wir haben den Text mit einer Passage aus dieser Information ergänzt.
Mit Informationen von dpa und AFP
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